Was wäre, wenn Demokratie nicht stirbt, weil sie angegriffen wird, sondern weil wir aufgehört haben, von ihr zu träumen? Weil wir vergessen haben, allen und jedem voller Stolz von ihr zu erzählen?
Während die AfD Menschen Antworten auf ihr Krisengefühl gibt, argumentieren und erklären wir Demokrat*innen ohne eine gemeinsame und klare Vision. Doch demokratische Kommunikation ist kein Ersatz für nicht vorhandene Substanz. Ein echtes demokratisches Narrativ ist eine Antwort auf die Frage: Was wollen wir füreinander in dieser Gesellschaft?
Bezahlbare Mieten? Eine funktionierende Schule? Das sind die Geschichten, die wir endlich erzählen müssen.
Diese Keynote ist eine Einladung - und gleichzeitig eine Forderung: Raus aus der Reaktion. Rein in die Erzählung.
Anschließend an die Keynote stellen Lara Buschmann und Lara Dederichs um 15:00 Uhr das von Faktor D entwickelte Kommunikations-Toolkit für gute Demokratiekommunikation vor, welches im Rahmen eines Skalierungsprozesses von Faktor D entstanden ist.
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Die Inputs aus der Veranstaltung in Artikelform.
Speaker*innen
Weitere Veranstaltungen von Faktor D
Bewegbare gewinnen mit dem Race Class Narrativ und Organizing!
Anhand konkreter Beispiele zeigt dieser Workshop, wie Organizing und Race-Class-Narrative Brücken bauen und demokratische Handlungskraft stärken können.
Rechtsruck, Kürzungsangriffe auf den Sozialstaat und Klimarollback? Zivilgesellschaft, Verbände, Organisationen und soziale Bewegungen brauchen neue Strategien, um Macht gegen Rechts aufzubauen. Im Movement Hub hatten wir die Chance, die letzten drei Jahre viele fantastische Projekte in ihrer Organizing- und Öffentlichkeitsarbeit zu begleiten, ihnen Impulse und Perspektiven zu geben und von ihnen zu lernen. All das haben wir in unserem neuen Handbuch (Arbeitstitel: „Beyond the Base – Vorankommen mit dem Race Class Narrativ und Organizing“) zusammengefasst.
Im Workshop möchten wir euch auf eine strategische Reise mitnehmen: Wie bewegen und begeistern wir Menschen für eine demokratische Gesellschaft? Was gibt Menschen den Anstoß, sich in Nachbarschaften, Betrieben oder Kitas zu organisieren? Und welche Rolle spielt öffentliche Kommunikation dabei, ob wir Menschen jenseits der bereits aktiven progressiven Basis tatsächlich erreichen? Dafür gehen wir nach Dresden-Johannstadt, um zu verstehen, welche Tools und Taktiken Nachbar*innen stärken, sich zusammenzuschließen. Wir sprechen darüber, warum das Werkzeug des Race-Class-Narrativs, eine Großes-Wir-Geschichte, dabei unterstützt Brücken zu bauen. Zum Schluss der Reise zeigen wir, welchen Unterschied es macht, wenn sich Menschen zum ersten mal in ihrem Leben zusammenschließen und gemeinsam Macht über Unterschiede hinweg aufbauen.
Wie kannst du die Beziehung zu Unterstützer*innen vertiefen?
In einer schnelllebigen Aufmerksamkeitsökonomie fragt der Workshop, wie Organisationen echte Beziehungen zu Unterstützer*innen aufbauen und ihre Stimmen hörbar machen können.
Wir leben in Zeiten von Reels, walled gardens und einem schnelllebigen News-Cycle. Aufmerksamkeit wird in Sekunden gemessen und als zentrale Währung gehandelt. Entsprechend richten sich Budgets und Kommunikationsstrategien zunehmend auf diese kurzen Momente aus.
Dabei gerät ein zentraler Teil von Kampagnenarbeit oft in den Hintergrund: die Beziehung zu Unterstützer*innen. Genau diese Menschen sind es jedoch, deren Stimmen wir als Organisationen hörbar machen müssen.
Aber wie kann das in der Praxis gelingen? In diesem Workshop lernst du, aufbauend auf vielen Jahren Erfahrung, wie Organisationen stärker auf ihre Unterstützer*innen eingehen können und durch kreative Mitmach-Formate nachhaltige Bindung aufbauen. Unter dem Schlagwort Supporter Journeys beschäftigen sich Organisationen mit einer Team-übergreifenden Planung, bei der Unterstützerinnen im Mittelpunkt stehen.
Neben konkreten Konzepten entwickeln wir gemeinsam Ideen für deine Organisation: Wie kannst du Beziehungen vertiefen und was kannst du deinen Unterstützer*innen im Gegenzug zurückgeben?
„Demokratie-Guide für Bibliotheken im Praxistest: Einblicke, Austausch, Feedback“
Guide kennenlernen, Formate diskutieren, Feedback einbringen: Gemeinsam mit Bibliotheken schärfen wir den Demokratie-Guide für die Praxis.
Bibliotheken sind weit mehr als Orte der Ausleihe. Sie sind offene Räume, in denen Menschen zusammenkommen, Informationen einordnen, Perspektiven austauschen und Teilhabe erleben können. Gerade deshalb haben Bibliotheken ein großes Potenzial für die Stärkung gelebter Demokratie.
Der Demokratie-Guide für Bibliotheken macht dieses Potenzial sichtbar und praktisch nutzbar. Der Guide bündelt Wissen, Tipps und Formate über 40 Organisationen und 13 Autor*innen aus 5 Länder. Er unterstützt Bibliotheken dabei, ihre demokratische Rolle weiterzuentwickeln – konkret und umsetzbar.
In dieser zweistündigen Online-Veranstaltung stellen wir die Beta-Version des Guides erstmals vor. Mit dabei sind mehrere Autor*innen sowie viele Organisationen, die eigene Formate und Perspektiven beigesteuert haben. Nach einer Einführung in den Guide öffnen wir den Raum für Austausch in Kleingruppen: Dort können Teilnehmende einzelne Themen, Formate und Fragen vertiefen, Erfahrungen teilen und Rückmeldungen einbringen.
Besonders wichtig ist uns: Der Guide soll nicht am Schreibtisch entstehen, sondern gemeinsam mit jenen, die ihn später nutzen. Deshalb erhalten alle Teilnehmenden im Nachgang die Beta-Version als PDF. Bis Mitte Juli können sie Feedback geben, Hinweise ergänzen und mithelfen, den Guide noch hilfreicher zu machen. Soweit möglich, fließen diese Rückmeldungen in die finale Version ein.
Der Event richtet sich an Bibliotheken sowie an Akteur*innen, die mit Bibliotheken zusammenarbeiten. Wer wissen möchte, wie Bibliotheken als demokratische Orte gestärkt werden können, welche Formate bereits funktionieren und worauf es in der Umsetzung ankommt, ist hier genau richtig.
Der Bibliotheks-Guide wird von Faktor D in Partnerschaft mit dem Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv), Berufsverband Information Bibliothek, Interbiblio, Bibliosuisse, Büchereiverband Österreich und Bibliomedia Deutschschweiz erstellt. Über 50 Autor:innen und Organisationen aus Bibliotheken, Wissenschaft und Zivilgesellschaft haben mit eigenen Beiträgen daran mitgewirkt.
„Die brennende Demokratie: Warum der Schlüssel in neuen Öffentlichkeiten liegt”
Demokratie braucht Öffentlichkeit. Doch Plattformlogiken, Desinformation und Medienkrisen verändern sie grundlegend. Wie gestalten wir also neue öffentliche Räume? Über Öffentlichkeitspolitik und demokratische Infrastruktur im DACH-Raum.
Desinformation, schwindende Medienvielfalt und digitale Monopole verändern die Öffentlichkeit als zentralen Ort demokratischer Meinungsbildung – auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Debatten verlagern sich in fragmentierte Räume, Vertrauen geht verloren, und immer häufiger bestimmen algorithmische Logiken, was sichtbar wird und was nicht. Die entscheidende Frage lautet daher: Wie können wir Öffentlichkeiten so gestalten, dass sie demokratische Teilhabe ermöglichen, statt sie zu untergraben?
Die Antwort könnte in einem neuen Politikfeld liegen: Öffentlichkeitspolitik. Sie verbindet Infrastruktur, Medien, Bildung, Technologie und Sicherheit, um Öffentlichkeit nicht nur zu erhalten, sondern aktiv zu gestalten. Doch wie sieht die Umsetzung konkret aus? Welche Akteur*innen treiben sie voran – und was können wir voneinander lernen, wenn es darum geht, neue öffentliche Räume für eine lebendige Demokratie zu schaffen?
Dazu sprechen Alex Sängerlaub (futur eins) über die Notwendigkeit kollektiver Antworten auf die Krise der Öffentlichkeit, Riccardo Ramacci (Stiftung Mercator Schweiz) zu Medienförderung als relevanten Hebel für Öffentlichkeitspolitik und Julia Herrnböck (DOSSIER, Plattform Medienvielfalt der UNESCO-Kommission AT) über internationale Strukturen um Öffentlichkeit und Lehren für Europa und den DACH-Raum.
Gemeinsam loten wir aus, welche politischen, strukturellen und kulturellen Bedingungen nötig sind, um eine zukunftsfähige demokratische Infrastruktur zu schaffen – und wo länderspezifische Hürden sowie gemeinsame Chancen liegen.




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