Rechte Medienakteure haben in den vergangenen Jahren ein strategisch vernetztes digitales Medienökosystem aufgebaut: Alternative Medien, Creator, Podcasts, Telegram-Kanäle und Plattformen verstärken sich gegenseitig und verschieben so öffentliche Debatten. Aufmerksamkeit wird organisiert – und damit politische Realität geprägt.
Während Migration dauerhaft die öffentliche Agenda dominiert, geraten andere gesellschaftliche Krisen aus dem Fokus: explodierende Mieten, ein überlastetes Gesundheitssystem, soziale Unsicherheit, Klimakrise oder die marode Infrastruktur.
Die Session zeigt, wie rechte Medienakteure heute Deutungshoheit herstellen — durch Wiederholung, Emotionalisierung, Vernetzung und algorithmische Verstärkung. Anhand konkreter Beispiele aus Deutschland und den USA analysieren wir, wie digitale Gegenöffentlichkeiten politische Debatten verschieben, und warum klassische progressive Kommunikation oft nicht mehr ausreicht.
Gleichzeitig zeigen wir, wie demokratische Kräfte beginnen, eigene Reichweite und Gegenmacht aufzubauen: mit vernetzten Creator-Strukturen, gemeinsamen Narrativen und neuen Medienformaten. Projekte wie das Edelweiss-Netzwerk oder neunund29 stehen exemplarisch für den Versuch, demokratische Sichtbarkeit strategischer zu organisieren, nicht nur als Reaktion auf rechte Kampagnen, sondern als eigene öffentliche Kraft.
Im Workshop diskutieren wir gemeinsam, welche Themen heute mehr Sichtbarkeit brauchen, und wie demokratische Akteur*innen Reichweite, Vernetzung und Gegenöffentlichkeit strategischer aufbauen können.
Achtung
Aufzeichnung

00:00
/
00:00
Zum Nachlesen
Die Inputs aus der Veranstaltung in Artikelform.
Speaker*innen
Weitere Veranstaltungen von Faktor D
Build your own Richtlinie: Staatliche Förderung für demokratische Wirkung
Am Beispiel von „Zusammenhalt durch Teilhabe" wird es darum gehen, wie Förderlinien entstehen, und wie Zivilgesellschaft und Verwaltung gemeinsam wirksame Projekte gestalten können.
Staatliche Förderung wirkt oft kompliziert: Formulare, Sachberichte, Verwendungsnachweise... Doch diese Strukturen machen sie stark. Sie sorgen für Transparenz, Planungssicherheit und demokratische Legitimation. Gerade wenn Demokratieförderung extremistischen Angriffen ausgesetzt ist, schützt eine funktionierende Bürokratie.
Aber wie entstehen Förderlinien, welche Spielräume hat die Behörde, und wie kann die Zivilgesellschaft mitwirken, damit Förderung wirkt?
In unserem Workshop am Beispiel des Programms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ machen wir die Mechanik staatlicher Förderung transparent, zeigen Chancen und Grenzen auf und laden die Teilnehmenden ein, eigene Vorschläge zu entwickeln. So erfahren sie praktisch, wie Förderlinien entstehen und kreative Ideen innerhalb realistischer Vorgaben umgesetzt werden.
Der Workshop ist ein Ort des Austauschs: Zivilgesellschaft und bpb lernen voneinander. Am Ende gehen alle mit neuen Projektideen, einem klaren Verständnis staatlicher Förderung und der Erkenntnis, dass Fördermechanismen Werkzeuge sind, um Demokratie lebendig zu gestalten. Spaß am Ausprobieren ist nicht ausgeschlossen – trotz Bürokratie.
New Narratives and New Vibes for Democracy
Six practical plays to build narratives that connect emotionally, inspire action, and sustain democratic movements.
Elected authoritarian leaders understand the power of stories. They use narratives to dominate public conversation and consolidate power through lies, distortion, fear, and division. Yet they also speak in simple, accessible language, creating a sense of belonging to engage overlooked communities. Identifying this helps us understand their appeal and how to counter it.
That's where the Anti-Authoritarian Toolkit comes in. It focuses on narrative strategies: six plays designed to help you present your messages, connect emotionally with people, and build resilient political movements. Each play offers tested approaches to capture attention, inspire action, and foster long-term engagement – not just moments of mobilization, but lasting communities of trust and participation.
In this workshop we show how to design messaging in real concerns, craft universal themes that unite diverse groups, and use humor and symbols to engage people. We also explore how to break through authoritarian shields – exposing corruption, betrayal, and the harm hidden behind false promises.
Throughout, we emphasize narratives that reflect people's lived experiences – showing how political change can improve the daily life of citizens. When messages mirror familiar and prevailing struggles and hopes, they become more authentic, mobilizing, and credible.
Our goal is to equip workshop participants with the tools to take control of public discourse and reshape our communities around values of unity, hope, and shared humanity. Because the stories we tell can turn the tide.
ChatGPT stellt sich nicht mit Schild vor den Bundestag
Straßenaktionen sind echte Orte der Begegnung. Aber wie lassen sich diese sinnvoll mit digitalen Kampagnen verbinden? Was lässt sich digital verlängern, und was geht verloren?
Straßenaktionen gehören zum klassischen Repertoire politischer Kampagnenarbeit: Infostände, Unterschriftensammlungen, kreative Protestformen, Aktionsbilder und Gespräche auf dem Marktplatz. Doch welche Relevanz haben sie in einer zunehmend digitalen Öffentlichkeit noch?
In unserer Fishbowl diskutieren wir, welche Wirkung Initiativen und NGOs mit Straßenaktionen heute erzielen können: Sichtbarkeit, Mobilisierung, Vertrauensaufbau, Medienbilder, Engagement oder politische Zuspitzung?
Dabei fragen wir, wie Straßenaktionen zu echten Orten der Begegnung werden können – nicht nur Bühne für Botschaften, sondern Räume für Austausch, Beteiligung und gemeinsames Handeln. Außerdem schauen wir darauf, wie sich analoge Aktionen sinnvoll mit digitalen Kampagnen verbinden lassen: Was lässt sich online verlängern, übersetzen oder verstärken? Wo entstehen neue Zugänge und wo geht wiederrum etwas verloren?
Der Beitrag lädt Kampagnenmacher*innen, Aktivist*innen und Interessierte ein, Erfahrungen zu teilen, blinde Flecken zu benennen und gemeinsam Kriterien für wirksame Straßenaktionen im digitalen Zeitalter zu entwickeln.
Abstimmen neu denken mit Civic Tech für direkte Demokratie
Die Schweiz hat direkte Demokratie, doch viele Bürger*innen fühlen sich trotzdem ausgeschlossen. Dieser Workshop gibt Einblicke in die Praxis digitaler Partizipation.
Die Schweiz gilt als Musterland der direkten Demokratie. Dennoch fühlen sich viele Bürger*innen bei Abstimmungen überfordert, nicht informiert genug oder schlicht ausgeschlossen. Dabei fehlt es nicht an Willen – es fehlt an Infrastruktur.
Plural ist eine Schweizer Civic-Tech-Plattform, die direkte Demokratie neu denkt: Bürger*innen bringen Ideen ein, diskutieren sie gemeinsam und formen daraus politische Vorstöße, die in den formalen Prozess eingehen.
In diesem Workshop zeigen wir, was wir in der Praxis gelernt haben: Welche Design- und Technologieentscheidungen wirklich funktionieren, um digitale Partizipation für alle zugänglich zu machen. Die Teilnehmenden probieren Plural live aus, reflektieren gemeinsam Erfolgsfaktoren und entwickeln übertragbare Prinzipien für ihre eigenen Kontexte in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

.jpg)

.jpg)
