Haustürgespräche gelten international als eine der wirksamsten Methoden politischer Mobilisierung. Aber wie fühlt sich das in der Praxis an und funktioniert das auch in Berlin?
BerlinZusammen ist eine überparteiliche Kampagne, die im Vorfeld der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 auf genau diese Methode setzt. Mit einer Stadtvereinbarung verpflichten sich Kandidierende der demokratischen Parteien zu konkreten Forderungen rund um Miete, ÖPNV und Bildung, und erhalten im Gegenzug aktive Wahlkampfunterstützung durch ehrenamtliche Haustürgespräche.
In diesem Workshop teilen wir, was wir in den letzten Monaten gelernt haben: Welche Sprache öffnet Türen? Was überrascht uns an den Gesprächen? Und was macht dieses Modell übertragbar?
Nach dem Erfahrungsbericht führen wir live ein Haustürgespräch vor und laden die Teilnehmenden ein, es selbst auszuprobieren. Denn das Handwerk lässt sich lernen. Und es braucht mehr Menschen, die es anwenden.
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Die Inputs aus der Veranstaltung in Artikelform.
Speaker*innen
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Der Auftaktabend von Mitmacht 2026 x reCampaign
Vielleicht ist es Zeit, andere Fragen zu stellen. Im demokratischen Feld fehlt es weder an Wissen noch an Engagement. Entscheidend wird, ob aus vielen guten Ansätzen mehr gemeinsame Handlungsfähigkeit entsteht.
Zum Auftakt von Mitmacht richten wir den Blick auf die Machtfrage – im Gespräch, im Erleben und in persönlichen Geschichten. Ausgangspunkt ist eine Beobachtung, die viele teilen: Erschöpfung, Fragmentierung und das Gefühl, permanent in der Defensive zu sein während autoritäre Kräfte strategisch, emotional und organisiert auftreten. Wir möchten deshalb den Fokus darauf legen, was uns Zuversicht gibt, welche Macht jede*r von uns bereits hat und wie daraus gemeinsame Handlungsmacht wird.
MdB Lars Castellucci setzt zu Beginn des Abends einen politischen Impuls über Zuversicht als politische Ressource und die Erfahrung, selbst etwas bewirken zu können.
Anschließend geht es für uns alle raus aus dem Zuhörmodus: Radikale Töchter bringen uns mit einem politischen Speed-Dating miteinander ins Gespräch. Denn Mitmacht beginnt nicht erst im Workshop am nächsten Morgen. Es beginnt direkt dort, wo Menschen einander begegnen, Energie entsteht und aus „man müsste mal“ ein „lass uns machen“ wird.
Demokratische Macht heißt dementsprechend auch, dass wir die Wirklichkeit mitgestalten können und das kann sehr unterschiedlich aussehen. Jolanda Spiess, Büsra Sayed und Josef Adugna, drei Personen aus drei unterschiedlichen Bereichen, erzählen in je sieben Minuten von persönlichen Momenten des Wirksamwerdens: Was gab den Ausschlag? Wodurch wurde plötzlich etwas möglich? Und wann war klar: Hier bewegt sich wirklich etwas?
Nach den Erzählungen schaut Susanne Nasr vom Business Council for Democracy in einer Austauschrunde mit den drei Beitragenden nochmal genauer hin und fragt: Welche Hebel, Ressourcen und Beziehungen haben für sie den Unterschied gemacht? Und wie können wir daraus kollektive Strategien entwickeln, mit denen wir gemeinsam mehr bewegen?
Zum Abschluss des Abends sind wir alle nochmal gefragt. Gemeinsam mit den Radikalen Töchtern werden wir lernen, dass Mut ein Muskel ist, den wir trainieren können und, wie das geht. Für einen gemeinsamen, mutigen Einstieg ins Festival.
Dazwischen und danach gilt: Leute kennenlernen, weiterreden, essen, lachen, Ideen spinnen und vielleicht schon die ersten gemeinsamen Pläne schmieden. Denn Mitmacht ist Arbeitsraum, Begegnungsraum und Fest zugleich.
Herzlich willkommen bei Mitmacht 2026!
Soft-Opening mit Kaffee, Snacks und Kennenlernen.
Gemeinsam starten wir ins Mitmacht 2026 x reCampaign Festival: mit Radioballett, einer Reise in die Glorreichen 2030er, einem Kartenspiel zu ACT AI, der Installation @wefightfirewithfire und der Mini-Ting. Das Soft Opening lässt euch Raum, einander kennenzulernen, euch auszutauschen und eure Vorfreude auf das, was folgt, noch ein bisschen größer werden zu lassen. Wir empfehlen allen, die es einrichten können, unbedingt schon beim Soft Opening dabei zu sein.
Radioballett
Mithilfe von Funkkopfhörern werden die Teilnehmer*innen Teil einer Geschichte, die sie durch eingeflochtene Handlungsanweisungen selbst zum Leben erwecken, und eignen sich so performativ den öffentlichen Raum an. In Gruppen aufgeteilt, erleben sie über unterschiedliche Kanäle eine geteilte, aber gleichzeitig unterschiedlich erzählte Geschichte.
Die Glorreichen 2030er
Diese Reise nimmt euch mit in eine gerechtere, nachhaltigere und glücklichere Gesellschaft, in der ihr durch das Teilen eurer Visionen und Utopien den Weg in eine erstrebenswerte Zukunft mitgestalten könnt. Für einen Tag entsteht ein Ort, an dem alles möglich ist – vor allem eine lebendige Teilnahme an der Gesellschaft.
ACT AI
ACT AI ist ein Kartenspiel und Toolkit zum EU AI Act, mit dem Spieler*innen anhand realer Alltagsszenarien reflektieren, was das Gesetz schützt, wo es greift und wie es unser Leben konkret beeinflusst. Im Playtest probiert ihr das Spiel gemeinsam aus, lernt so die Grundstruktur des Gesetzes kennen und tauscht euch anschließend darüber aus.
Mini-Ting
Mini-Ting ist ein Vertrauensexperiment in Echtzeit: Ab 2 EUR kann jede und jeder in einen offenen Geldtopf einzahlen. Wer Bedarf hat, entnimmt bis zu 250 EUR pro Person und Tag – ohne Jury, ohne Begründung. Nur mit einer Notiz, wofür. So wird sichtbar, ob Vertrauen von Mensch zu Mensch trägt, und wofür Menschen Geld wirklich brauchen.
Fight Fire With Fire (@wefightfirewithfire)
Ein Jahr lang hat medialepfade.org auf TikTok mit den Mechanismen gespielt, die auch rechtsextreme Akteur*innen für Reichweite nutzen, um sie offenzulegen und für demokratische Kommunikation umzudeuten. Die begehbare Installation macht dieses Experiment als räumliche For-You-Page erfahrbar und stellt die Frage: Kann man Feuer wirklich mit Feuer bekämpfen?
„Vom Leerraum zum Dialograum“
Wie werden aus Leerständen lebendige Orte? Anne Kruse und Pascal Biedermann zeigen, was sie lokal verankert, offen und wirtschaftlich tragfähig macht.
Wo Menschen einander begegnen, entsteht Dialog. Auf guten Gesprächen basiert unsere Demokratie, daher brauchen wir mehr davon. Doch vielerorts fehlt es neben Arbeit und Familie an niederschwelligen Treffpunkten, sogenannten Dritten Orten. Gleichzeitig gibt es viele Gebäude, die leer stehen und auf eine Umnutzung warten. Was braucht es, damit daraus Dritte Orte werden, die im lokalen Leben verwurzelt sind, unterschiedliche Menschen zusammenbringen und langfristig bestehen?
Anne Kruse arbeitet beim Netzwerk Zukunftsorte an Vernetzung, Kommunikation und Wirkungsmessung. Sie bringt Erfahrung mit partizipativen Prozessen und der gemeinwohlorientierten Belebung von Leerstand auf dem Land mit. Pascal Biedermann entwickelt und leitet mit «unterdessen» und der Kantensprung AG neue Nutzungen für alte Räume. Das Gundeldinger Feld in Basel zeigt, wie sich ein ehemaliges Industrieareal schrittweise in einen vielfältigen Ort verwandeln kann. Bemerkenswert ist auch die langfristige Perspektive: Pascal Biedermann übertrug zusammen mit den anderen Gründer*innen die Nutzniessung ihrer Anteile an eine Stiftung, sodass die Erträge heute gemeinnützigen Projekten zugutekommen. Wirtschaftlicher Erfolg ist hier kein Selbstzweck, sondern dient dem gesellschaftlichen Anspruch des Ortes.
Gemeinsam erkunden wir, was Dritte Orte lebendig macht, wie sie sich lokal verankern lassen, zu tragfähigen Geschäftsmodellen werden und dabei gleichzeitig ihren offenen Charakter sichern. Zudem geben wir Einblick in das entstehende Faktor D Playbook Dritte Orte.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit




