„Hauptsache zusammen. Und jetzt?“
Über Kollaboration als Haltung in Zeiten demokratischer Krisen

Foto: Kein Credit/ Nils Hasenau
Ob Demokratie unter Druck, Klimakrise oder soziale Spaltung: Die Herausforderungen unserer Zeit sind zu komplex, um sie allein oder nebeneinander zu bearbeiten. Hier ist Zusammenarbeit gefragt. Doch was unterscheidet echte Kollaboration von klassischer Kooperation? Und warum scheitert sie so oft, obwohl alle „eigentlich das Gleiche wollen“?
In dieser Online-Veranstaltung sprechen Isabel Gahren und Josefa Kny über Kollaboration als Haltung. Dabei geht es um mehr als nur eine bloße Aufgabenverteilung. Es geht darum, Wissen, Ressourcen und Perspektiven verschiedener Menschen, Organisationen und Netzwerke so zu verbinden, dass wirklich Neues entsteht – Bewegungen und Lösungen, die mehr sind als die Summe ihrer Teile.
Auf Basis langjähriger Erfahrungen hat das betterplace lab einen Leitfaden für gelingende Kollaboration entwickelt. Er zeigt, welche Bedingungen Zusammenarbeit wirklich wirksam machen – und wo typische Fallstricke liegen.
Gemeinsam erforschen wir, welche Herausforderungen euch in der Zusammenarbeit rund um Demokratiethemen begegnen und wie wir mit ihnen besser umgehen können.
Die Veranstaltung richtet sich an alle, die Demokratie nicht allein retten wollen – sondern gemeinsam, strategisch und mit einem realistischen Blick auf das, was Zusammenarbeit heute braucht.
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Die Inputs aus der Veranstaltung in Artikelform.
Speaker*innen
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Die Autoritären sind gut organisiert. Wir jetzt auch.
NGOs geraten zunehmend ins Visier rechtsextremer Angriffe. Dieser Workshop zeigt, wie Organisationen souverän reagieren, Haltung zeigen und handlungsfähig bleiben. Mit Anne Isakowitsch und Lukas Jocher von der Amadeu Antonio Stiftung.
NGOs werden immer mehr zur Zielscheibe von rechtsextremen Akteur*innen. Welche Strategien stecken dahinter, und wie können Organisationen reagieren, ohne sich einschüchtern zu lassen oder in die Rechtfertigungsfalle zu stolpern?
In den letzten Jahren werden Angriffe auf NGOs und gemeinnützige Organisationen immer strategischer geführt. Doxing, parlamentarische Anfragen oder gezielte Kampagnen haben ein klares Ziel: Sie versuchen die Zivilgesellschaft einzuschüchtern, zu delegitimieren und zu zermürben.
Die Zivilgesellschaft ist aber nicht hilflos. Wer sich fürs Gemeinwohl einsetzt, sollte das tun können, ohne Angst vor Hass, Hetze oder persönlicher Bedrohung haben zu müssen.
In dieser Session stellen wir einen Leitfaden vor, der hilft, besser auf Angriffe zu reagieren. Wir teilen unser Erfahrungswissen zu typischen Angriffsstrategien, zeigen konkrete Gegenmaßnahmen und geben Tipps für die Kommunikation: Wann reagieren und wann nicht? Wie Haltung zeigen, ohne sich zu rechtfertigen? Wie handlungsfähig bleiben, ohne den Konflikt zu eskalieren?
Gemeinsam mit dem Publikum diskutieren wir, wie Organisationen sich vorbereiten können, solidarisch reagieren und Angriffe als das benennen, was sie sind: Angriffe auf demokratische Infrastruktur.
Der Angriff läuft: Mit offensivem Handlungsnarrativ zum Erfolg
Aus Ohnmacht in die Handlungsfähigkeit kommen: Dieser Workshop zeigt anhand der Kampagne „Der Angriff läuft“, welche Narrative mobilisieren, und wie wichtig Reaktionsfähigkeit ist. Mit Annika Lipke und Felix Bähr von CORRECTIV.
Gesellschaftliche Bedrohungen erzeugen oft Ohnmacht. Viele Organisationen reagieren darauf defensiv, vorsichtig oder zu langsam. In diesem Workshop zeigen wir anhand der CORRECTIV-Herbstkampagne „Der Angriff läuft“, wie sich Bedrohung kommunikativ in kollektive Handlungsfähigkeit übersetzen lässt: mit klarer Haltung, offensivem Narrativ und agilen Kampagnenstrukturen.
Wir geben einen ehrlichen Einblick in die Entwicklung der Kampagne – von der narrativen Zuspitzung über interne Abstimmungsprozesse bis hin zu schnellem, inhouse organisiertem Campaigning unter Zeitdruck. Gemeinsam analysieren wir, welche Narrative mobilisieren, wo Organisationen sich selbst ausbremsen und welche Strukturen schnelle Reaktionsfähigkeit ermöglichen.
In einer Arbeitsphase übertragen die Teilnehmenden zentrale Ansätze direkt auf eigene Themen oder Kampagnen: Welche Bedrohung oder Herausforderung soll kommunikativ gedreht werden? Welche Narrative schaffen Handlung statt Ohnmacht? Die Ergebnisse werden anschließend gemeinsam reflektiert und weitergedacht.
Nach dem Bürger*innenrat: Was bleibt?
In deliberativen Beteiligungsformaten entsteht demokratische Energie. Dieser Workshop fragt, wie junge Menschen auch nach Ende solcher Prozesse wirksam beteiligt bleiben können. Mit Konstanze Mohr und Che Wagner von Pro Futuris.
Was passiert mit dem Engagement von jungen Menschen, nachdem sie an einem Bürger*innenrat oder einem anderen deliberativen Beteiligungsformat teilgenommen haben? Oft endet ihre Rolle bereits mit der Übergabe von Empfehlungen – obwohl gerade dann viel demokratische Energie und Motivation vorhanden sind.
In diesem Workshop bringen wir Perspektiven aus mehreren Formaten zusammen: Assemble Now! von Pro Futuris und CRIN, Alumni des Bürger*innenrats Bildung und Lernen der Montag Stiftung Denkwerkstatt sowie das Wissen junger Menschen aus weiteren deliberativen Prozessen wie der European Young Citizens’ Assembly on Pollinators.
Gemeinsam fragen wir: Welche Erfahrungen machen junge Menschen in solchen Formaten? Was brauchen sie, um danach weiterwirken zu können? Und wie können Organisationen, Verwaltungen und Stiftungen Alumni nicht nur als Testimonials, sondern als Mitgestalter*innen demokratischer Praxis langfristig einbinden?



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