„In guter Gesellschaft?“
Algorithmen und Depolarisierung

Polarisierung und Algorithmen, zwei Worte in aller Munde. Doch was haben sie miteinander zu tun? Kurz gesagt: Polarisierung belebt Demokratie, aber zu viel davon führt zu Hass und Spaltung. Im Internet wird diese Dynamik verstärkt. Gemeinsam mit Expert*innen schauen wir genauer hin: Wir beleuchten das Phänomen Polarisierung und diskutieren, wie Algorithmen schon heute zur Spaltung der Gesellschaft beitragen. Und schließlich wollen wir herausfinden, welche Potentiale und Strategien es gibt, damit Technologien zu Werkzeugen für Zusammenhalt, Ambiguitätstoleranz und Dialog werden. Die Abendveranstaltung auf dem Mitmacht-Festival ist der Auftakt der neuen „Staffel“ der Faktor D-Veranstaltungsreihe „Im Diskurs“ rund um unsere Mission „STRG Depolarisierung“.Moderation: Hannah Göppert (Faktor D)
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Zum Nachlesen
Die Inputs aus der Veranstaltung in Artikelform.
Speaker*innen
Nataliia Sokolovska
Weitere Veranstaltungen von Faktor D
Mini-Ting: ein Vertrauensexperiment mit Geld
Ein Vertrauensexperiment zu Geld, Bedarf und demokratischer Teilhabe.
Mini-Ting ist eine Installation und ein Vertrauensexperiment in Echtzeit.
Ein offener Geldtopf mitten im Festivalgeschehen: Ab 2 EUR kann jede und jeder mitmachen. Wer Bedarf oder Lust hat, nimmt heraus, was er oder sie braucht. Bis 250 EUR pro Person und Tag – keine Jury, keine Begründung. Nur eine Notiz, wofür.
Diese Notizen sind ein Teil des Experiments. Sie zeigen, ob Vertrauen trägt, und wofür Menschen Geld brauchen.
Was hier sichtbar wird, ist auch eine demokratische Frage: Wem trauen wir zu, Geld sinnvoll zu verwenden? Wer entscheidet, was Bedarf ist? Was passiert, wenn Umverteilung nicht über Institutionen, sondern von Mensch zu Mensch läuft?
Aus früheren Durchläufen wissen wir: Es entstehen Momente der Irritation, der Überraschung, manchmal gibt es Tränen. Wir vertrauen dem Geld oft stärker als unseren Mitmenschen. Mini-Ting dreht das spielerisch um.
Es gibt zwei Modi:
Selbsterklärend: Die Installation steht offen zugänglich, mit Spielregeln und einer Box für Wünsche und Rückmeldungen.
Betreut: Wir sind vor Ort, geben Anstoß, beobachten und kommen mit den Mitmachenden ins Gespräch.
Demokratie (er)leben – Wie Sozialunternehmer*innen Demokratie fördern
Können soziale Innovationen Demokratie stärken? Ashoka zeigt, wie Sozialunternehmer*innen neue Wege für Beteiligung, Vertrauen und gesellschaftlichen Wandel entwickeln. Mit Kristina Krömer von metro polis e.V. und Yannick Fischer von Ashoka.
Ashoka ist eine globale Organisation, die rund 4.000 Gründer*innen gemeinnütziger Organisationen aus 99 Ländern unterstützt, die mit einer systemverändernden Vision arbeiten. Wir nennen sie Ashoka Fellows. Gemeinsam entwickeln und verbreiten sie innovative Ansätze, um gesellschaftliche Herausforderungen langfristig zu verändern – von Bildung und Klimaschutz über Migration bis hin zu Demokratie und gesellschaftlicher Teilhabe.
Mit dem Participation Hub, Ashokas Leuchtturmprojekt für demokratische Innovation, haben wir in den vergangenen Jahren unsere europäische Gemeinschaft von Ashoka Fellows zusammengebracht. In Retreats, Workshops und Dialogen haben wir untersucht, wie eine starke paneuropäische Demokratie-Community aufgebaut werden kann. Dabei standen Fragen im Mittelpunkt wie: Welche Narrative prägen Demokratie heute? Welche neuen Formen der Beteiligung entstehen? Und wie können soziale Innovationen Vertrauen, Handlungsmacht und demokratische Teilhabe stärken?
In der „Mitmacht-Session“ möchten wir zentrale Erkenntnisse aus diesem Prozess vorstellen und gemeinsam mit Ashoka Fellow Kristina Krömer ein konkretes Beispiel für soziale Innovation im Bereich Demokratiearbeit beleuchten.
Kristina hat eine Methode entwickelt, mit der das Prinzip von Bürger*innenräten in den Alltag übertragen wird und ein konstruktives, kollektives Stimmungsbild zu gesellschaftlichen Kontroversen entstehen kann.
Nach einer ersten Perspektive auf demokratische Innovationen und gesellschaftliche Trends in Europa tauchen wir tiefer in die Praxis demokratischer Beteiligung ein. Ausgehend von Kristinas Arbeit beschäftigen wir uns mit der Frage: Wie erleben Bürger*innen Demokratie im Alltag, und was braucht es, damit Menschen sich tatsächlich als handlungsfähig erleben?
Ziel der Session ist es, einen offenen Raum für kollektives Lernen, Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Ansätze für demokratische Innovation in Europa zu schaffen.
@wefightfirewithfire – Eine begehbare For-You-Page über rechte Strategien auf TikTok
Eine begehbare For-You-Page macht rechtsextreme Strategien auf TikTok sichtbar und lädt dazu ein, digitale Radikalisierung besser zu verstehen und gemeinsam Gegenstrategien zu entwickeln.
Fight Fire With Fire (@wefightfirewithfire) ist ein TikTok-Experiment von medialepfade.org.
Ein Jahr lang haben wir durch die strategische Verwendung von Hooks, Sounds und erzählerischen Brüchen mit den Logiken der Plattform gespielt. Das sind dieselben Mechanismen, mit denen auch rechtsextreme Online-Akteur*innen Reichweite erzielen. Wir setzen sie ein, um sie offenzulegen und für demokratische Kommunikation umzudeuten.
Die begehbare Installation übersetzt dieses Experiment in einen erfahrbaren Raum. Besucher*innen treten in eine räumliche For-You-Page ein, in der die Grenzen zwischen Original und demokratischem Gegenimpuls wahrnehmbar werden. Offene Stationen machen die Projektarbeit, redaktionelle Prozesse und Herausforderungen nachvollziehbar. An einer Reflexionswand sammeln sich über die Festivaltage hinweg die Eindrücke der Besucher*innen.
In zwei moderierten Gesprächen dekonstruieren wir gemeinsam einzelne Videos und sprechen über mögliche Adaptionen für die eigene Kommunikationsarbeit. Die offene Frage, die wir mitbringen: Kann man Feuer wirklich mit Feuer bekämpfen?
Demokratie retten durch Lobbying – How to lobby für NGOs
Lobbying ist kein Hexenwerk. Dieser Workshop zeigt, wie gemeinwohlorientierte Organisationen ihre Interessen wirkungsvoll vertreten und Gesetzgebungsprozesse besser verstehen. Mit Inga Karten und Rebecca-Paulina Prausner von Lobby for Impact.
Demokratie lebt davon, dass möglichst alle gesellschaftlichen Gruppen im politischen Prozess gehört und ihre Interessen berücksichtigt werden.
Wie können gemeinwohlorientierte Organisationen ihre Interessen wirkungsvoll gegenüber der Politik vertreten?
Lobbying ist weder Hexenwerk noch dunkle Hinterzimmermagie. Auch ohne goldenes Adressbuch und Riesenbudget kann man Einfluss auf Gesetzgebungsprozesse nehmen.
Eine erfolgreiche Interessenvertretung hängt von der Frage ab: „Wann muss ich mit wem mit welchen Argumenten sprechen?“ In diesem Workshop schauen wir auf den Gesetzgebungsprozess und identifizieren die richtigen Ansprechpersonen für die verschiedenen Stadien. Außerdem geht es um die Frage, wie sich zielgerichtete Botschaften und Argumente formulieren lassen, um Gehör zu finden.



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