Künstliche Intelligenz verändert die Spielregeln der Demokratie. Doch kann sie auch helfen, Demokratie zu stärken? Die meisten KI-Systeme werden heute von großen Unternehmen entwickelt, weit entfernt vom Alltag der Menschen, die später mit ihren Auswirkungen leben müssen. Der Swiss National AI Dialogue geht einen anderen Weg: Er bringt Bürger*innen aus der Schweiz mit den Menschen ins Gespräch, die KI entwickeln und politische Entscheidungen treffen. Dabei fließen ihre persönlichen Erfahrungen, Erwartungen und Ideen direkt in die Debatte um die Zukunft und die Gestaltung von KI ein.
Unter dem Motto „Raum für Bewegung“ fragen wir beim Demokratiefestival Mitmacht x reCampaign vom 23. bis 26. September, wo gesellschaftlicher Wandel heute möglich wird und was es dafür braucht. Als Warm-up richten wir bei der Veranstaltung am 2. September den Blick auf eine Frage, die immer wichtiger wird: Wie können wir KI für mehr demokratische Beteiligung nutzen?
Dazu sprechen wir mit Andrew Konya, President of Deliberations bei Change.org. Er hat KI bereits in Beteiligungsprozessen und internationalen Verhandlungen eingesetzt und berichtet, welche Chancen die Technologie für politische Teilhabe und demokratische Innovation bietet. Anschließend wirft Oscar Duys, Senior Software Engineer bei Change.org, einen Blick hinter die Kulissen des Swiss National AI Dialogue und zeigt, wie KI Menschen über Sprach-, Kantons- und Lebensweltgrenzen hinweg miteinander ins Gespräch bringen kann.
Gemeinsam diskutieren wir, wo KI demokratische Prozesse stärken kann, wo ihre Grenzen liegen und wie wir ihre Entwicklung aktiv mitgestalten können. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die digitale Teilhabe und KI für die Demokratie zusammendenken wollen, aber auch an jene, die dem Ganzen skeptisch gegenüberstehen.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Über Zoom können deutsche Untertitel zugeschaltet werden.
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Die Inputs aus der Veranstaltung in Artikelform.
Speaker*innen
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„Er ist weiß, männlich und aus Amerika“
Wäre KI ein Mensch, wäre sie wohl ein weißer Mann mit ziemlich vielen Vorurteilen. Wir beleuchten, wie sich diese Problematik in der echten Welt auszeichnet, wer eigentlich hinter dem Training von KI steckt und wie Wege aus der Diskriminierung aussehen.
Wäre KI ein Mensch, wäre sie wohl ein weißer, amerikanischer Mann mit ziemlich vielen Vorurteilen. Und das ist ein Problem. Denn auf dieser einseitigen Grundlage werden heute immer mehr Entscheidungen getroffen und Meinungen geprägt. Welche Auswirkungen hat diese Realität? Wer steht eigentlich hinter den Trainings von KI? Und unter welchen Bedingungen finden diese statt? Zusammen mit dem Forscher, Künstler und Filmemacher Bruno Moreschi werden wir einen Blick auf die Entstehung von KI-generierten Inhalten werfen und in einem Mini-Workshop selbst erleben, wie Bilder und damit Wahrheiten geschaffen werden. Doch wie können Wege aus einer einseitigen, diskriminierenden KI aussehen? Wie können wir sie bewusst und sinnvoll einsetzen? Diese Perspektive wird Jessica Wulf, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Center for Responsible Research and Innovation des Fraunhofer IAO, einbringen. Sie hat vorher bei AlgorithmWatch gearbeitet und beschäftigt sich nun mit Partizipationsformaten und gesellschaftlichen sowie ethischen Fragen rund um KI-Systeme.
„Unheil oder Geil“
Das Potenzial von KI, unsere Demokratien umfassend zu verändern, ist groß. Aber in welchem Sinne wird dieses Potenzial genutzt werden? Herausforderungen und Potentiale beleuchten wir mit Odin Mühlenbein, dem Leiter des AI Labs bei Ashoka.
Das Potenzial von KI, unsere Demokratien umfassend zu verändern, ist groß. Aber in welchem Sinne wird dieses Potenzial genutzt werden? Und wie einfach ist es eigentlich, mit den neu entstehenden Technologien einen Schaden anzurichten? Wie können wir andersherum positiv auf die Veränderungen einwirken? Und welche Werkzeuge helfen dabei? Wir wollen uns mit der Kraft von KI auseinandersetzen und die Chancen von Künstlicher Intelligenz für eine starke Demokratie in den Blick nehmen. Odin Mühlenbein ist Enthusiast für soziale Innovation und KI sowie Leiter des AI Labs bei Ashoka, dem weltweit größten Netzwerk sozialer Unternehmer. Er beantwortet unsere Fragen, macht uns sichtbar, wie einfach es „die Bösen“ haben und zeigt uns Tools, mit denen wir effizient an unseren demokratischen Zielen weiterarbeiten können.
„Wieso ist Populismus Pop?“
Trump, Meloni, Orbán – sie sind beliebt, sie sind erfolgreich, sie sind Popstars der Politik. Populistische Figuren feiern allerorts Wahlsiege und kapern Diskurse. Höchste Zeit also, dass wir uns mit ihnen und ihrer Wirkungsmacht auseinandersetzen.
Populismus ist allgegenwärtig. Überall schießen populistische Figuren aus dem Boden und genießen neben großer Aufmerksamkeit auch immer häufiger große Zustimmung. Kurz gesprochen: Populismus ist Pop!Aber warum ist das so? Wer lässt sich schnell von populistischem Sprech überzeugen? Und muss Populismus mit seinen eigenen Waffen bekämpft werden? Wir fragen den österreichischen Soziologen Benjamin Opratko, wie sich der Populismus in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausprägt. Danach ordnet einer der bekanntesten Vertreter der progressiven Schweizer Männerbewegung, Markus Theunert, für uns ein, wieso speziell Männer eine Affinität zu autoritären populistischen Figuren haben, und wie wir diese Dynamiken durchschauen und durchkreuzen können. Die deutsche Autorin und Journalistin Özge İnan hinterfragt schließlich die harte Kante gegen alles, was mit Populismus beschimpft wird. Sie plädiert: „Wir müssen die Suche nach der Wahrheit wieder sexy machen!“Danach ist Raum für eine offene Diskussion mit den Sprecher*innen. Willkommen sind alle, die sich in einer vertieften Form mit der Popularität des Populismus speziell im DACH-Raum beschäftigen wollen.
„Jugend und Protest“
Diese Veranstaltung beleuchtet unterschiedliche Perspektiven auf Protestbewegungen junger Menschen und deren Potenzial zur Stärkung der Demokratien und der gesellschaftlichen Teilhabe im deutschsprachigen Raum.
Welche Formen von Protest machen sich junge Menschen in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu eigen? Welche Chancen bieten Protestbewegungen für die Demokratien und die gesellschaftliche Teilhabe? Und wo liegen die Grenzen ihrer Legitimität?In dieser Veranstaltung werden unterschiedliche Perspektiven auf Protest junger Menschen beleuchtet. Zu Gast sind Noomi Anyanwu des anti-rassistischen Volksbegehrens Black Voices in Österreich, die Protestforscherin Nina-Kathrin Wienkoop aus Deutschland und Sara Boy von Milchjugend, der queeren Jugendorganisation aus der Schweiz.Im Anschluss an die Vorstellung folgt eine Q&A-Session, um in einen Austausch über die Rolle des Protests für die Stärkung der Demokratie im DACH-Raum zu kommen und offene Fragen zu diskutieren. Diese Veranstaltung richtet sich vor allem an Fachexpert*innen sowie an interessierte Demokratieakteur*innen und bietet die Gelegenheit, verschiedene Blickwinkel aus drei Ländern kennenzulernen.






