„Radikal Fühlen“
Emotionen als kollektive demokratische Kraft

Fotos: Stefan Fürtbauer / Viktoria Kämpfer
Gefühle sind politisch – doch in der Demokratiearbeit sind sie bislang eine ungenutzte Chance. Während autoritäre Bewegungen längst mit Emotionen arbeiten, wird ihre strategische Bedeutung in zivilgesellschaftlichen Kontexten häufig unterschätzt. Dabei sind Gefühle an sich schon eine politische Erfahrung. Gefühle geben Orientierung, stiften Solidarität und treiben Veränderungen an: Wut über Ungerechtigkeit, Trauer über Verluste, Hoffnung auf Veränderung oder Freude am kollektiven Handeln.
Lisa Jaspers (Sozialunternehmerin und Mitautorin von Radical Transformation) beschäftigt sich seit Jahren mit der Rolle von Emotionen im Aktivismus. Sie zeigt, wie Gefühle Bewegungen für globale Gerechtigkeit prägen: wo sie Kraft geben, wo sie erschöpfen und wie sie bewusst genutzt werden können, um widerstandsfähig und handlungsfähig zu bleiben. Clara Porák (Journalistin bei andererseits) widmet sich in Alles fühlen dem fehlenden Raum für Emotionen in patriarchalen und kapitalistischen Gesellschaften und beleuchtet, wie emotionale Autonomie diese zu einer Ressource für Inklusion und Widerstand macht.
Ein Impuls für alle, die Demokratiearbeit, Engagement oder Organisationen gestalten und ihr Handeln um eine oft übersehene Dimension erweitern wollen: die politische Kraft der Gefühle.
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Die Inputs aus der Veranstaltung in Artikelform.
Speaker*innen
Weitere Veranstaltungen von Faktor D
„Lasst es raus“
Immer schön sachlich bleiben? Keine so gute Strategie gegen Populismus, findet Johannes Hillje. Der Politik- und Kommunikationsberater fordert eine „neue demokratische Emotionskultur.“
Wir befinden uns in polarisierten, krisengeprägten Zeiten. Diskursräume sind zunehmend emotional aufgeladen, eine hitzige Debatte jagt die nächste. Nachvollziehbar, denn Politik und politische Aushandlungen sind unmittelbar mit Gefühlen verbunden. Es geht um Überzeugungen, um Werte und den Wunsch nach Veränderung. Und antidemokratische Kräfte beherrschen diese emotionale Klaviatur perfekt: Sie schüren Ängste, fachen Wut an und locken mit gefühligen Hoffnungsbotschaften. Unter den demokratischen Akteur*innen gilt das Emotionale dagegen oft als unseriös.
Dabei ist das nüchtern Technokratische vielleicht keine so erfolgversprechende Strategie gegen spaltende Rhetorik des Populismus – findet zumindest Johannes Hillje. Der Politik- und Kommunikationsberater hat mit seinem neuen Buch „Mehr Emotionen wagen“ gerade ein Plädoyer dafür vorgelegt, dass wir selbst erlernen sollten, Gefühle und Demokratie zusammenzudenken und zu nutzen. Es braucht nicht weniger als eine „neue demokratische Emotionskultur.“ Johannes Hillje schreibt Bücher und kommentiert als Experte regelmäßig zu politischen Themen in Print und Fernsehen, u.a. für Der Spiegel, die tagesthemen und The Guardian.
„Völlig losgelöst“
Das Projekt „Los jetzt!“ organisiert Workshops, in denen ehemalige Teilnehmende von Jugend-Bürger*innenräten aus der Praxis berichten. So wollen sie andere für losbasierte Beteiligungsformate begeistern.
Erfahrungen teilen und andere begeistern: Das wollen die Macher*innen von „LOS jetzt“ erreichen.Im Projekt erarbeiten ehemalige jugendliche Bürger*innenräte kreative Ansätze, wie Entscheidungsträger*innen (z.B. Kommunalpolitiker*innen, Behördenmitglieder) für losbasierte Beteiligungsformate begeistert werden können. Dafür entwickeln sie beispielweise ein Bürger*innenrats-Planspiel.Im Rahmen dieser Veranstaltung laden wir Interessierte herzlich ein, gemeinsam über Ansätze für den breiten und vermehrten Einsatz von Bürger*innenräten zu diskutieren. Ein kurzer Input der Organisatoren sowie Erfahrungsberichte zweier Teilnehmenden dienen uns dabei als Grundlage.Das Projekt “LOS jetzt” ist im ersten Innovationsprozess von Faktor D entstanden und wird von Pro Futuris, dem Think+Do Tank der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft und von Mehr Demokratie e.V. in Deutschland geleitet.
„Jugend gestaltet Zukunft“
Wir stellen die „Academy“ vor: Das High-Impact-Programm unterstützt Jugendliche aus dem DACH-Raum dabei, Partizipation für andere Jugendliche zugänglich zu machen.
„It’s about us, don’t do it without us.“ – Wie kann Jugendbeteiligung zum gelebten Recht für alle werden? In dieser Veranstaltung stellen wir die YEP Academy vor, ein High-Impact-Programm, das Jugendliche aus dem DACH-Raum dabei unterstützt, Partizipation für andere Jugendliche zugänglich zu machen. Ziel ist es, Demokratiebildung und Beteiligungskompetenz zu stärken und jungen Menschen die Werkzeuge an die Hand zu geben, um Beteiligung auch für andere Jugendliche zu ermöglichen. So wird Jugendbeteiligung vom Privileg der Wenigen zum Recht für alle. Neben Einblicken in das Programm möchten wir mit den Teilnehmenden erforschen, welche erfolgreichen Strategien der Jugendbeteiligung sich daraus ableiten lassen und wie man diese in die breite Anwendung bringen kann. Die Veranstaltung richtet sich an Jugendliche, an Multiplikator*innen sowie an alle, die sich für innovative Beteiligungsprozesse interessieren.
„Jugend Macht Gemeinde“
Wir stellen erstmals den „Jugend Macht Gemeinde“-Baukasten vor. Dieses praxisorientierte Handbuch bietet kleinen und mittleren Gemeinden maßgeschneiderte Werkzeuge, um Beteiligungsprojekte flexibel und nachhaltig umzusetzen.
Wie können wir Kinder und Jugendliche aktiv in die Gestaltung ihrer Gemeinde einbinden? Jugend Macht Gemeinde hat es geschafft. Zum ersten Mal präsentiert das von Faktor D finanzierte Projekt seinen fertig erarbeiteten Baukasten – ein praxisorientiertes Handbuch, das kleinen und mittleren Gemeinden maßgeschneiderte Werkzeuge bietet, um Beteiligungsprojekte flexibel und nachhaltig umzusetzen. Das Thema: Wie schaffen wir gute Kinder- und Jugendbeteiligung. Und welche Bedeutung hat sie für die Zukunft unserer Gemeinden?Im Zentrum der Veranstaltung stehen die Vorstellung des Baukastens, ein Gespräch mit Jugendlichen über ihre Perspektiven auf Teilhabe und eine Diskussion zu den Herausforderungen der Jugendbeteiligung, insbesondere im ländlichen Raum. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für Jugendbeteiligung engagieren: Gemeindevertreter*innen, Ehrenamtliche und Fachleute der Kinder- und Jugendarbeit. Die Teilnehmenden erhalten nicht nur wertvolle Einblicke in die Inhalte des Baukastens – also konkrete Tools und Inspiration für ihre eigenen Beteiligungsprojekte –, sondern auch gleich die Einschätzung von den Jugendlichen selbst.





