„Drucksache Bibliothek“
Wie Bibliotheken mit (politischer) Einflussnahme umgehen

Foto: TSD Studio (Unsplash)
Politische Einflussnahme auf Bibliotheken nimmt zu – mal lautstark, mal subtil. Wie sich diese Entwicklungen in der Praxis zeigen und was dagegen hilft, zeigen drei Perspektiven aus Wissenschaft, Beratung und Praxis:
Hanna Carlsson eröffnet mit Erkenntnissen aus einer dreijährigen Studie zur politischen Einflussnahme auf Bibliotheken in Schweden. Matthias Müller von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin stellt zentrale Strategien und einen praktischen Leitfaden für den Umgang mit Angriffen vor. Felix Hüppi, Leiter der Pestalozzi-Bibliotheken Zürich, berichtet von konkretem politischem Druck, medialen Angriffen und Protesten – und davon, wie es gelang, Haltung zu bewahren.
Der Beitrag von Hanna Carlsson aus Schweden wird als Gastbeitrag auf Englisch gehalten, alle weiteren Programmpunkte finden auf Deutsch statt. Wenn Englisch gesprochen wird, werden deutsche Untertitel eingeblendet. Die Veranstaltung richtet sich an Fachpublikum und Interessierte aus dem Bibliothekswesen, der Kulturpolitik, Zivilgesellschaft und Verwaltung.
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Die Inputs aus der Veranstaltung in Artikelform.
Speaker*innen
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BerlinZusammen: Wie Ehrenamtliche mit Haustürgesprächen Wahlen bewegen
Haustürgespräche gelten international als eine der wirksamsten Methoden politischer Mobilisierung. Aber wie fühlt sich das in der Praxis an und funktioniert das auch in Berlin?
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BerlinZusammen ist eine überparteiliche Kampagne, die im Vorfeld der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 auf genau diese Methode setzt. Mit einer Stadtvereinbarung verpflichten sich Kandidierende der demokratischen Parteien zu konkreten Forderungen rund um Miete, ÖPNV und Bildung, und erhalten im Gegenzug aktive Wahlkampfunterstützung durch ehrenamtliche Haustürgespräche.
In diesem Workshop teilen wir, was wir in den letzten Monaten gelernt haben: Welche Sprache öffnet Türen? Was überrascht uns an den Gesprächen? Und was macht dieses Modell übertragbar?
Nach dem Erfahrungsbericht führen wir live ein Haustürgespräch vor und laden die Teilnehmenden ein, es selbst auszuprobieren. Denn das Handwerk lässt sich lernen. Und es braucht mehr Menschen, die es anwenden.
Powerhouse Bibliothek
Wie Bibliotheken als Partner für Dialog, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt gewonnen werden können präsentieren Isabell Kolditz und Wouter Bernhardt von der Initiative Offene Gesellschaft e.V. in diesem Workshop.
Wenn es um Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Begegnung geht, steht die Bibliothek selten ganz oben auf der Liste. Zu Unrecht.
Bibliotheken sind öffentliche Räume, die Menschen zusammenbringen, Wissen zugänglich machen und Austausch ermöglichen. Sie sind niedrigschwellig, werden von vielen Menschen als vertrauenswürdig wahrgenommen und sind oft genau dort präsent, wo andere demokratische Infrastrukturen fehlen. Trotzdem sind sie für viele Initiativen, Kampagnen und Veranstaltungsplanende selten die erste Wahl.
Das wollen wir ändern! Anhand konkreter Praxisbeispiele erarbeiten wir, wie Bibliotheken für demokratische Arbeit eingebunden werden können. Der Workshop verbindet dabei Inspiration mit Handwerkszeug: Die Teilnehmenden lernen Bibliotheken als wirkungsvolle Verbündete kennen, entwickeln eigene Anwendungsideen und nehmen konkrete Ansätze für ihre zukünftigen Veranstaltungen, Beteiligungsformate und Aktionen mit.
„Im Krisenstab“ Handlungsfähigkeit im Speed-Format
In diesem Praxisworkshop bilden wir mehrere Krisenstäbe, die auf ein demokratiefeindliches Bedrohungsszenario reagieren müssen – und trainieren dabei unsere Handlungsfähigkeit. Mit Manuel Wischnewski vom Deutschen Volkshochschul-Verband e.V.
Zivilgesellschaft und Staat müssen sich krisenfest machen. Schwierige, manchmal schier unmögliche Entscheidungen müssen in rasender Geschwindigkeit getroffen werden. Und obwohl wir viele sinnvolle Antworten sogar kennen, fällt es uns schwer, ins Handeln zu kommen.
In diesem Praxisworkshop bilden wir mehrere Krisenstäbe, die auf ein realistisches demokratiefeindliches Bedrohungsszenario reagieren müssen. Im konkreten Tun erfahren wir, wovon Handlungsfähigkeit in Drucksituationen abhängt – und was sie stärkt.
Anfang 2026 hat der Deutsche Volkshochschul-Verband das Projekt vhs: demokratiestark aufgelegt. Ein Ziel des Projekts ist es, die über 800 Volkshochschulen des Landes dabei zu unterstützen, ihre Resilienz gegenüber demokratiefeindlichen Kräften weiter auszubauen. So wappnet sich das größte Weiterbildungsnetzwerk Deutschlands strategisch für kommende Herausforderungen.
Aus dieser konkreten Projektpraxis heraus ist der Workshop entwickelt worden. Er richtet sich an alle, die die Themen Resilienz und Handlungsfähigkeit in der Strategie und Praxis ihrer Organisation verankern wollen.
Gemeinsam den Angriffen auf die Zivilgesellschaft etwas entgegensetzen
In diesem Workshop lernen Teilnehmende, wie ZGOs eigene Inhalte weiter und effektiver verbreiten und dadurch ein positives Bild der Zivilgesellschaft in die Gesellschaft tragen können. Mit Sascha Nicke von der Maecenata Stiftung.
Die Zivilgesellschaft bildet die demokratische Infrastruktur einer Gesellschaft, im DACH-Raum genauso wie in anderen europäischen Staaten und darüber hinaus. Sie steht gegenwärtig jedoch massiv unter Druck: vor allem, weil sie Angriffen und Einschüchterungen von antidemokratischen Akteur*innen ausgesetzt und seit Beginn des Jahres 2025 mit einer Delegitimierungskampagne konfrontiert ist. Diese hat durch die Übernahme falscher Vorwürfe aus dem rechtsextremen Spektrum durch demokratische Akteur*innen eine neue gesamtgesellschaftliche Dimension erreicht.
Das Hauptziel des Workshops ist es, Strategien zu entwickeln, wie ZGOs eigene Inhalte über ihre Bubble hinweg verbreiten und damit eigene Narrative sowie ein positives Bild von der Zivilgesellschaft in die Gesellschaft tragen können.




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